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Ökumene der Jugend
ÖkumeneÖkumenisches Treffen
der Kommuniongruppen mit den Konfirmantengruppen

Ökumene der Jugend Am 10.März 2017 trafen sich beide Kommuniongruppen der katholischen Gemeinde Bühl-Kilchberg mit den Kindern der evangelischen Konfi 3 Gruppe Kilchberg-Bühl. Die Kinder kennen sich teilweise durch Schule und Fußball, aber auch durch den ökumenischen Familien- und Für KinderKindergottesdienst. Für manche ist es seltsam, dass sich die kirchlichen Wege der Freunde nun trennen, weil die einen katholisch und die anderen evangelisch getauft sind. Deshalb war es sehr schön, ein gemeinsames ökumenisches Treffen im Rahmen der Konfirmation- und Kommunionvorbereitung zu gestalten.

Bei diesem Treffen wollten wir sowohl die katholische Kirche in Bühl (St. Pankratiuskirche) wie auch die evangelische Kirche in Kilchberg (St. Martinskirche) kennenlernen.

Ökumene der Jugend In Bühl ging es los… In der St. Pankratius Kirche bildeten wir einen großen Kreis um das Taufbecken im Eingangsbereich. Dort beteten wir unser gemeinsames Gebet, das Vater Unser. Ein Taufbecken steht sowohl in der katholischen wie auch in der evangelischen Kirche. Die Taufe verbindet uns. Doch wir fanden auch gleich etwas, was uns voneinander unterscheidet. Während katholische Kirchgänger ein Kreuzzeichen machen, kennen das die evangelischen Kirchgänger nicht. Als Zeichen, dass uns solche Äußerlichkeiten nicht trennen sollten, weil uns der gemeinsame Glaube an Jesus verbindet, zeichneten wir uns reihum mit gutriechendem Öl ein Kreuz in die Handflächen und sangen ein Lied, das in beiden Kirchen gesungen wird. Dann schauten wir uns in der katholischen Kirche um. Da gab es viel zu entdecken. Die Kirche ist zwar um 1900 neu erbaut worden, davor stand hier aber eine sehr alte Kirche vermutlich aus dem 12.Jahrhundert. Ökumene der Jugend Wir entdeckten viele Statuen, z.B. die von Maria und dem Leichnam Jesus, rechts im Eingangsbereich. Vor ihr kann man Kerzen anzünden, wenn man für jemanden betet. Auch die Statuen von St. Pankratius, Petru und Paulus entdeckten wir. Es gab viele Fragen: „Warum hat der eine ein Schwert, der andere ein Buch in der Hand?“ „Warum stehen gerade diese Heiligen hier?“ „Wie ist ihre Geschichte?“ Alle Kinder zeigten großes Interesse an den Heiligen und es war toll, dass Diakon Bernward Hecke all diese Fragen beantworten konnte. So erfuhren wir unter anderem, dass der heilige Pankratius als 14 jähriger Junge sterben musste, nur weil er an Jesus glaubte und den verfolgten Christen half. Er war ein sehr mutiger Junge und ist der Schutzpatron der Ministranten.

Wir gingen auch hoch zur Orgel und staunten: „Wieviele Pfeifen hat eine Orgel? Hat jeder Ton wirklich seine eigene Pfeife?“.

Vorne am Altar schauten wir uns die Marienstatue mit dem kleinen Jesuskind an. Bernward Hecke zeigte uns die Osterkerze und das große Marienbild. Maria steht da mit ausgebreitetem Mantel, darunter sind Soldaten, alte und junge Menschen, die arm und besorgt aussehen; und sogar ein Kommunionkind und einen Pfarrer entdeckten wir! Das Bild, entstanden während des 1. Weltkrieges, soll uns zeigen, dass Maria allen Menschen Schutz bietet. Schließlich durften wir auch die Sakristei anschauen… „hier also zieht sich der Pfarrer um“. Dort zeigte uns Bernward Hecke einen besonderen Schatz. Eine Monstranz, ein kostbares, mit Gold und auch mit Edelsteinen gestaltetes Kreuz mit einem Fensterbereich, in dem eine Hostie zu sehen ist. Da staunten wir, denn es sah sehr wertvoll aus.

Ökumene der Jugend Ganz gespannt waren wir (besonders die evangelischen Kinder), was sich wohl im „Tresor“ der Kirche, dem Tabernakel, befindet. Bernward Hecke öffnete ihn für uns. Er zeigte uns gewandelte Hostie in einer goldenen Schale. Wir waren ganz still und konnten spüren, dass dies was ganz Besonderes ist. Im gewandelten Brot ist Jesus Christus gegenwärtig – das glauben die Katholiken.

Nachdem wir so viel über die Pankratiuskirche erfahren hatten, stiegen wir auf unsere Fahrräder und fuhren gemeinsam nach Kilchberg. Dort stellten wir fest, dass die evangelische Kirche ganz anders aussieht, weil das Gebäude älter ist als die katholische Kirche in Bühl. Sie ist kleiner und oben auf dem Kirchturm sitzt ein Wetterhahn. Christina Vossler-Wolf machte uns auf die goldene Kugel unter dem Wetterhahn aufmerksam. Bei der letzten Renovierung des Kirchturms 2015 wurde sie geöffnet, darin lagen Texte und Münzen früherer Öffnungen seit 250 Jahren. Auch jetzt wurde wieder etwas hineingelegt, als Botschaft für die Nachwelt. Das faszinierte alle. In der Kirche sahen wir wunderschöne bunte Bilder, die sehr alt sind. Uns fiel sofort auf, dass es scheinbar keine Heiligenstatuen gibt. Aber wir fanden dann doch noch welche. Auch hier standen Maria und das Jesuskind, der heilige Martin (der den Mantel für einen Bettler teilte) und der heilige Georg (der einen Drachen besiegte). Christina Vossler-Wolf erzählte uns die Geschichte über die Heiligen, aber auch, dass es untypisch für eine evangelische Kirche sei Heiligenstatuen zu haben. Es gibt sie nur, weil die Kirche erst im 16. Jahrhundert eine evangelische Kirche wurde. Davor war sie katholisch und aus dieser Zeit stammen die Heiligen. Anstatt Heilige fanden wir aber sofort Ritter. Große Grabplatten mit Rittersleuten – die Herren von Ehingen und Dorothea von Ehingen. Die Grabplatten sind fast 500 Jahre alt und sind mit viel Text beschriftet. Leider konnten wir kaum lesen, was da steht, weil viele Worte abgekürzt sind. Das liegt daran, dass die Menschen auf die Grabplatten schrieben, wie gut und fromm der Mensch war… und dann manchmal der Platz ausging.

Ökumene der JugendDie evangelische Kirche hat eine wunderschöne Kanzel, die über eine Treppe zu erreichen ist. Dort geht der Pfarrer oder die Pfarrerin hinauf um zu predigen. Die Predigt und die Bibeltexte sind für beide Konfessionen sehr wichtig. Im evangelischen Gottesdienst ist die Predigt besonders wichtig. Es war ja auch Martin Luther, der die Bibel ins Deutsche übersetzt hat. In den katholischen Kirchen wurde lange auf Latein gepredigt. Da konnten die Menschen gar nichts verstehen.

Auch die Orgel sahen wir uns an. Sie ist in der Martinskirche viel kleiner als in Bühl, aber auch viel älter und wunderschön bemalt. Ihre Präsenz im Chor zeigt, wie wichtig Kirchenmusik ist.

Bei all den Verschiedenheiten, die wir in unseren Kirchen entdeckten, gab es aber auch viele Gemeinsamkeiten: Der Altar, die Osterkerze, das Taufbecken… Früher war um die evangelische Kirche und um die katholische Kirche ein Friedhof. Man wollte die Toten möglichst nahe an der Kirche begraben, weil man glaubte, dass man in der Kirche näher bei Gott ist. Zum Abschluß beteten wir das Vater Unser. Das Wichtigste unserer verschiedenen Konfessionen verbindet uns – nämlich der Glaube selbst.

Es war spannend, die Kirchen zu erkunden und dank Bernward Hecke und Christina Vossler-Wolf auch reich an Informationen und Geschichten. Draußen spielten die Kinder wieder gemeinsam. Ihnen ist es egal, wer katholisch oder wer evangelisch ist … und das ist auch gut so. Vielleicht sollten wir in Zukunft noch mehr gemeinsame Ökumeneökumenische Kindertreffen zur Vorbereitung der Konfirmation und der Kommunion machen. Dieses Treffen war auf alle Fälle ein sehr schönes Ereignis.

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